Winter

Es hatte viel geschneit und es sah aus, als sei die ganze Landschaft unter einer weißen Decke. Zwei Bergziegen waren blitzschnell auf den Gipfel geklettert und sahen von dort herunter. Der Schnee fiel ganz langsam, so, als hing ein weißer Tüllvorhang vom Himmel. Die Bäume waren mit Schnee bedeckt. Da tauchten auch schon die Rehe auf und man konnte sehen, wie trostlos ihre Lage war. Nahrung zu finden war sehr schwer, sogar unmöglich. Aber von ganz oben war der Blick hinreißend, schöner als die feinsten Stickereien und die schönsten Gemälde. Man konnte weiße Rebhühner erkennen, aber nur, wenn man ganz genau hinsah. „Wir gehören auch dazu“, sagten sie. Aus der Ferne hörte man das Heulen der Wölfe. Auch sie waren in Not.

Auf dem Hügel gegenüber war eine Berghütte. Aus dem Kamin qualmte Rauch. Das bedeutete, dass Onkel Hasan zu Hause war. Die meisten Tiere kannten ihn und liebten ihn. Er war ihr Treffpunkt in den Wintermonaten. Im Sommer hatte er fleißig gearbeitet, das Heu war geerntet und in der Scheune gelagert. Er hatte er den Schnee vor seiner Hütte geräumt und wie immer stand das Heu mit dem Getreide vom Sommer draußen schon bereit. Er führte beide Hände zu seinem Mund und rief die Rehe.

Die Rehe horchten auf und folgten dem Laut. An der Hütte angelangt, umringten sie sogleich Onkel Hasan. Dann gingen sie zusammen zur Futterstelle. Dank ihm hatten sie wieder einen harten Winter überlebt…

Welche Tierschar war jetzt wohl an der Reihe, um Futter zu bekommen?

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