Die Migration

Mehmet sah aus dem Fenster. Es schneite ein wenig. Gegenüber gab es einen großen botanischen Garten, der jedem zugänglich war. Mehmet betrachtete die Bäume. Ihre Blätter waren abgefallen, so dass man die Vogelnester sehen konnte. Mehmet hatte in einer Sendung gesehen, dass Menschen in andere Städte zogen, um dort für eine Saison zu arbeiten. Die Bäume waren blass und sahen so aus, als warteten sie ungeduldig auf ihre Vermieter, damit sie kommen und ihr Zuhause wieder einrichten.

Mehmet erinnerte sich, wie schön der Frühling hier war. Der Garten hatte eine große Parkfläche und gleich davor gab es einen Fußgängerweg, der fast zwei Meter breit war. Im April begann es zu blüten: Tulpen, Rosen, Lavendel und viele andere Pflanzen, deren Namen er nicht kannte. Die Leute, die vorbeikamen, machten Fotos von den Blumen und den Schmetterlingen in ihrer Farbenpracht. Gleich neben dem Eingang zum Garten gab es ein Cafe, aus dem herrlicher Kaffeeduft kam. Immer wenn sie hierher kamen, trank seine Mutter Kaffee und er Obstsaft und bekam einen leckeren Schokoladenkuchen. Am Ende des Abhangs sah man an Wochenenden Brautpaare, die sich fotografieren ließen. Zwei Holzbrücken streckten sich über das Wasser und sahen sehr schön aus. Enten, Eichhörnchen und Bieber spielten und Vogelgezwitscher mischte sich darunter. Einmal hatte Mehmet sogar gesehen, wie ein Falke versuchte, einen Vogel zu erwischen.

Hoffentlich kommt Frühling bald, ging es ihm durch den Kopf. Er bat seine Mutter, einen Futternapf für die Vögel zu besorgen. So würden die, die nicht fortgezogen waren, den Winter überleben. Und er würde ihnen helfen, die kalten Wintertage zu überstehen.

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